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MO-DO
08-12 und 14-1730 h
FR
08-12 h

 
Bözen - die Weinperle am Bözberg
 
 
Einwohnerzahl 716
Steuerfuss 123 %
Gemeindebann 396 ha
davon Wald 76 ha
Reben 12 ha
Höhe (ü.M.) 407 m
  
 

Erste Erwähnung

Die ältesten Funde stammen aus der mittleren Bronzezeit von ca. 1300 - 1600 v. Chr. Sie wurden 2007 bei den Aushubarbeiten für die Alterswohnungen gefunden. Ein weiteres Highlight war 1928 die Entdeckung einer römischen Villa in der "Mei".

Der Name "Bözen" wurde erstmals als "Boze" in einem Dokument aus dem Jahre 1284 erwähnt. Die Ortsbezeichnung geht auf das keltische Wort "voceton" zurück, das sich im Alemannischen zu "Böze" umwandelte. Der keltische Begriff bedeutet "Niederwald, Waldgebiet mit viel Niederholz".


Gemeindewappen

Bözen verdankt sein Wappen den Herren von Rotberg, welche bis 1514 Twingherren von Bözen waren. Das Gemeindewappen ist dreiteilig. In der Mitte weist das gelbe Feld einen schwarzen Querbalken auf.


Lage

Die Aargauer Gemeinde Bözen befindet sich an der Westgrenze des Bezirks Brugg. Sie ist im oberen Sisselntal, kurz vor dem Anstieg über den Bözberg, in einer dreifachen Talgabelung eingebettet. Das Dorf liegt genau in der Mitte zwischen den Ballungszentren Zürich und Basel.Geografisch betrachtet, ist der Ort dem Oberen Fricktal zugewandt.

Bözen wird von vier Nachbargemeinden umgeben: im Südosten von Effingen, im Nordosten von Elfingen, im Westen von Hornussen und im Süden von Zeihen. Das Gemeindegebiet wird von Effingerbach, Elfingerbach und Sissle durchflossen.

Bözen liegt auf einer Höhe von 407 m über Meer. Der Gemeindebann umfasst 396 ha, wovon 76 ha aus Wald bestehen.


Verkehrsverbindungen

Buslinie Frick-Bözberg-Brugg. Hauptstrasse Zürich-Basel, Autobahn A3 Ausfahrt Frick (von und nach Basel). Ausfahrt Effingen (Halbanschluss von und nach Zürich).


Landschaft

Die Landschaft rund um Bözen ist vielfältig: lichte Wälder, sonnige Raine, Äcker und Wiesen, grossflächige Getreidefelder, Weinberge und vieles mehr. Die Gemeinde befindet sich in einem herrlichen Wandergebiet.


Dorfbild

Die Siedlung folgt in typisch jurassischen Strassenzeilen dem Haupttal und in einem rechten Winkel den beiden Seitentälern. Die grösstenteils spätgotischen gemauerten Giebelhäuser entlang der Hauptstrasse haben ihre ursprüngliche Dimension und Dachform weitgehend bewahrt. Entlang der Strasse wurde in Altliegenschaften neuer Wohnraum geschaffen, in den Randgebieten sind neue Einfamilienhäuser entstanden. Das Dorfbild wird von der hübschen Kirche beherrscht, welche nordöstlich über der Gemeinde thront.


Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche mit Auferstehungsfenster und Daxelhoferscheibe

Schmuckstück des Dorfes ist die Kirche, die sich auf einem markanten Hügelsporn erhebt. Die mittelalterliche Marienkapelle, wahrscheinlich Ziel von Prozessionen, wurde 1667 als reformierte Saalkirche im bernischen Spätbarock-Stil neu erstellt.

Besonders sehenswürdig ist das farbenprächtige, von Felix Hoffmann geschaffene, Auferstehungsfenster (1961) in der Mitte des Chores. Es zeigt neben der sieghaften Christusfigur den Propheten Jona und die Frauen neben dem leeren Grab.

Interessant ist auch die Daxelhoferscheibe aus dem Jahre 1668. Das Doppelwappen Bern und der gekrönte Reichsschild zeigen, dass sich damals die alte Eidgenossenschaft nach wie vor zum "Heiligen römischen Reich deutscher Nation" bekannte. Auf dem Sockel befindet sich das Stifterwappen Daxelhofer und die Inschrift "Herr Niclaus Dachssel Hoffer der Zeit Hoffmeister zu Königsfelden 1668".

Spätgotische Mauerbauten

Als erwähnenswerte alte Bauten gelten das ehemalige Zehntenhaus (Nr. 52) aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, die etwas abgelegene Mühle, die heute nicht mehr betrieben wird, sowie die alte Trotte im Oberdorf. Das im 16. Jahrhundert errichtete Gasthaus zum Bären weist schöne gotisch gekehlte Fenster auf. In diesem stattlichen Gebäude wurde während der Berner Herrschaftszeit Gericht gehalten. Der angegliederte Tenn- und Stallanbau von 1592 diente als Pferdewechselstation.

Naturschutzgebiet Nätteberg-Hessenberg

Auf dem Nätteberg und auf dem Hessenberg wachsen lichte Föhrenwälder und Magerwiesen mit ausserordentlichem Pflanzenreichtum. Mindestens 15 Arten von Orchideen kommen hier vor. Beste Besuchszeiten sind die Monate Mai bis August. Die Gebiete stehen unter kantonalem Schutz. Die Wege dürfen nicht verlassen und Hunde müssen an der Leine geführt werden. 
Weitere Informationen


Einwohnerzahl

Die Einwohnerzahl beläuft sich zurzeit auf 716 Einwohner. Davon bilden die Ortsbürger eine Minderheit (20.25 %). Der Ausländeranteil beträgt derzeit 14.1 %.


Bürgernamen

Zu den typischen Familiennamen von Bözen zählen: Amsler, Brack, Büchli, Fuchs, Heuberger, Kistler, Pfister


Politisches

Der Gemeinderat besteht aus fünf Mitgliedern. Als gesetzgebende Gewalt besammeln sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Gemeindeversammlung, welche zweimal jährlich stattfindet (Sommer/Winter). Neben der Einwohnergemeinde besteht die Ortsbürgergemeinde mit dem Schwergewicht auf der Forstwirtschaft.


Kirchgemeinde

Zur reformierten Kirchgemeinde gehören nebst Bözen, die Gemeinden Effingen und Elfingen. Die katholischen Einwohnerinnen und Einwohner gehören der Kirchgemeinde Hornussen an, die christkatholische Bevölkerung der Christkatholischen Kirchgemeinde Baden-Brugg-Wettingen.


Schulwesen

Bözen besitzt einen Kindergarten sowie eine Primarschule (1. bis 5. Klasse). Die Real- und Sekundarschule wurde im August 2005 regionalisiert. Der Kreisschule Oberstufe BEEHZ gehören die Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen an. Bözen ist Hauptstandort, Zeihen Nebenstandort.


Gewerbe

Rund 75 % der Berufstätigen erzielen ihr Einkommen ausserhalb der Wohngemeinde. Daneben besteht ein vielfältiges einheimisches Gewerbe. Die Landwirtschaft umfasst noch sechs Betriebe, welche sich ausserhalb des Dorfkerns befinden. Zum Dienstleistungsbereich zählen unter anderem eine Arztpraxis, die Poststelle, und der Volg-Laden. Das Gasthaus zum Bären, das Restaurant Post und das Restaurant Frohsinn verwöhnen Sie gerne mit delikaten Speisen.


Rebbau

Bözen gehört zu den ältesten Rebbaugemeinden im Aargau. Um 1850 war das Dorf gar die zweitgrösste Weinproduzentin im Kanton. Fast 53 Hektaren waren damals bestockt. Heute sind es noch rund 12 Hektaren. Drei historische Trotten zeugen noch vom intensiven Rebbau. Der 1991 gegründete Verein der Reb- und Weinfreunde zeigt, dass der Weinbau auch weiterhin mit grosser Hingabe und Liebe betrieben wird.


Vereine

Das kulturelle Leben in der Gemeinde wird durch 15 Vereine gefördert, die eine aktive und interessante Freizeitgestaltung bieten.


Gemeinde-Zusammenarbeit

Im Herbst 2005 wurde die Oberstufe (Real- und Sekundarschule) mit den umliegenden Gemeinden regionalisiert.

Gemeinsam mit den Nachbargemeinden Effingen, Elfingen und Hornussen wird der Wasserverband BEEH geführt. Dem Abwasserverband BEEHZ gehört zudem Zeihen an.

Infolge Pensionierung des Försters per Ende 2008 ist die Bewirtschaftung der Bözer Waldungen per 01. Januar 2009 in einer zweijährige Einführungsphase dem Forstbetrieb Homberg-Schenkenberg in Zeihen übertragen worden.

Ebenfalls per 01. Januar 2009 hat die Feuerwehr Oberes Fricktal ihre Arbeit aufgenommen. Sie umfasst die Gemeinden Effingen, Elfingen, Hornussen, Zeihen und Bözen.

 
Bözen, Januar 2010